Zwielicht: Hermann Sievers

"Memory" und "Scrabble", zwei eindeutig politische Arbeiten, setzen sich mit aktuellen Themen auseinander: der Entschädigung für ehemalige Zwangsarbeiter und rechtsradikal motivierten Verbrechen im heutigen Deutschland. Beide Arbeiten stehen für sich allein, können aber durchaus auf einander bezogen werden. Denn wer im Gedächtnis bzw. der Erinnerung (memory) herumwühlt (scrabble), wird bestimmt auch auf Etwas stoßen, das er lieber im Verborgenen lassen will. Nicht nur aufgrund des Titels haben sich dabei die beiden populären Spiele als Transportmittel angeboten.

"Zum Geleit" ist eine Textmontage aus Vorworten verschiedener Kunstkataloge, wobei lediglich Satzfragmente und verbindende Wörter hinzugefügt wurden. Der über weite Passagen allgemein unverständliche und durch krude Konstruktionen aufgeblähte Text soll hinweisen auf die oftmals inhaltsleeren, selbstverliebten und pseudo-intellektuell verbrämten Reden und Wortbeitrage anlässlich von Austellungseröffnungen. Mit seiner nichts sagenden Geschwätzigkeit ist  "Zum Geleit" quasi universell einsetzbar.