Kult: Gerd Scholze

vom 15. Juni bis zum 13. Juli 2003

Hinweise auf uralte Kulte aus den Anfängen menschlicher Zivilisationsgeschichte strukturieren die künstlerische Arbeit von Gerd Scholze.

Wir sehen Abbildungen steinzeitlicher Venusdarstellungen, u. a die Venus von Willendorf, eine frühe Fruchtbarkeitsgöttin. Die üppigen Idole schweben als Lichtprojektionen wie Geistererscheinungen über drei Monitoren und bestimmen leitmotivisch, in welche Richtung die Filmschleifen zu lesen sind, die wir dort sehen können.

Auf der ersten Mattscheibe werden uns unterschiedliche Zeichensysteme gezeigt: asiatische Alphabete, die Zeichen der Maja-Sprache, Symbole aus der Hippiezeit, der binäre Computercode, Hieroglyphen usw. Leben in der Sprache.

In der zweiten Filmszene bewegen wir uns wie in einem wiederkehrenden Traum immer auf derselben Straße entlang, ohne zu wissen, wohin sie uns führen wird. Leben in der Suche.

Die dritte Schleife verbindet auf surreale Weise Natur und Kultur, das Bild eines computergenerierten Tempels und einer arkadischen Landschaft. Leben in der Begegnung.

Alle drei Loops thematisieren Rituale der Wirklichkeitsaneignung und -orientierung. Die Weisen allerdings sind ganz unterschiedlich: