Kult: Jürgen Scholz

vom 15. Juni bis zum 13. Juli 2003

Vordergrund: Round up ready,
Stahl, Kunststoff, Durchmesser 120 cm,
2003
Hintergrund: Grünanlage, 8-teilig, Stahl, Kunststoff, 2003

Kult und Sport, sie gehören in der Gegenwart unbedingt zusammen. Hat man in der Vergangenheit durch kultische Spiele die Gottheiten geehrt, dient in der Gegenwart der praktizierte Sport oft als Ausweis der Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Schicht.
Beim Golfspiel ist das – jedenfalls in Europa – definitiv der Fall. Jürgen Scholz hat eine vierteilige Wand- und Bodeninstallation geschaffen, die sich - wahrlich nicht unironisch – ganz dem Golfsport widmet und der damit verbundenen wie nicht-verbundenen Rasenpflege. Wir sehen zwei runde Eisenplatten mit grünem Kunstrasen, eine mit Loch zum Einputten und eine ohne. Sodann in einem Geviert aus verschiedenen Gartengittern einmal mehr das heilige Grün des Vorgartens, dieses Mal als Gegenstand kultischer Pflege und Verehrung von engagierten Häuslebauern und Eigenheimbesitzern. Rhythmisch musikalische Qualitäten besitzt Scholz´ Wandobjekt aus acht Teilen: Wir sehen rechteckige Stahlobjekte, die unterschiedliche runde Grüns tragen wie die Notationen einer unbekannten Partitur.
Die Titel, gängige Begriffe aus der Praxis des Golfsports, wirken wie konkrete Poesie oder eine religiöse Litanei: erstes Grün, abfallendes Grün, drittes Grün, steigendes Grün, kleines Grün, erhöhtes Grün, Grün mit Vorgrün und so weiter.