Kult: Harriet Sablatnig

vom 15. Juni bis zum 13. Juli 2003

Fetische 1 - 9

Acryl und Pigment auf Nessel
9-teilig, je 90 cm x 60 cm
2002/2003

Anspielungsreich und vielfältig ausdeutbar sind – bis auf wenige Ausnahmen – auch die Formen von Harriet Sablatnig. Ihre attraktive Malerei besticht durch das ostinato eines duffen Tons, der in seiner dezenten Strahlkraft die Morphologie der Formen wirkungsvoll unterstreicht.
Die Formen scheinen wie ausgeschnitten, betonen Umriss und Kontur. Man glaubt, sie seien mit Hilfe von Schablonen auf die Leinwand aufgebracht, muss sich aber von der Künstlerin belehren lassen: Sie sind alle mit freier Hand gemalt. Die Motive sind in ihren Umrissen weich und biomorph. Auch wo man sie nicht dechiffrieren kann, wirken sie bei aller Fremdheit vertraut und gegenständlich. Das verleiht ihnen erzählerische Kraft. Man hat den Eindruck, sie wollten einem beständig etwas mitteilen, gerade auch, wenn das Vertraute surreal gebrochen wird. Manchmal treten klar erkennbar Hände ins Bild oder leibliche Formen. Aber zumeist erinnern die Motive nur an Organe, ohne es spezifisch zu sein, wie sie auch an Pflanzen oder Bildzeichen erinnern.
In ihrer Faktur umwebt die Motive eine Aura des Sexuellen und des Erotischen. So mag der Titel der „Fetische“ zustande gekommen sein. Aber nicht an einer Sexualpathologie arbeitet Sablatnigs Bildinventar, sondern an einer Feier des Lebens und des Lebendigen.