Kult: Hartmut Bohl

vom 15. Juni bis zum 13. Juli 2003

Road Map 1-5
Acryl und Kunstharz auf Leinwand
190 cm x 90 cm
2003

Hartmut Bohl ist als narrativer Maler bekannt. Er zeigt uns ganz gegen seine sonstige Malmanier fünf monochrome Bildtafeln, die ebenfalls eng im Zusammenhang mit dem Thema des Kults stehen, ein im Grunde konzeptuelles Werk.

Die fünf Tafeln präsentieren, lasierend aufgetragen und abschließend lackiert, Variationen von Rot. Zu jeder Tafel gehört eine Messingplatte mit Angaben eingravierter Orte. Auf sie verweist der Künstler in verkürzter Form. So meint Kairo nicht die Hauptstadt Ägyptens, sondern Kairouan in Tunesien, das mit seiner prächtigen Moschee ein wichtiger Ort des Islam ist.

Auch die anderen Orte sind bedeutende Glaubensorte: Amiens in Frankreich steht für den Katholizismus, Varanasi in Indien für den Hinduismus, Bhaktapur in Nepal für den Buddhismus und die Höhlen von Lascaux für den Animismus, für die Naturreligion.

Indem Bohls Tafeln mit ihren unterschiedlichen Rottönen alle derselben Farbfamilie angehören, verdeutlicht der Künstler auf ebenso dezente wie einleuchtende Weise seine Auffassung, dass auch alle Religionen denselben Ursprung haben, dass ihre Entstehung dem Schutz- und Sinnbedürfnis des Menschen geschuldet ist.

Seine Tafeln sind eine Art gemalter Ringparabel, wie sie uns G. E. Lessing in seinem "Nathan" vor Augen geführt hat.